Eine Buchvorstellung in der Mehrzweckhalle, das hört sich zunächst einmal für den einen oder anderen nicht sehr spannend an. Es geht um das Thema „Drogen“, da wird es schon interessanter, und was dieser Dominik Forster da geboten hat, fesselte die jugendlichen Schüler und Schülerinnen beinahe zwei Stunden lang.

Der 28-jährigen Schwabacher stellte sein erstes Buch „crystal.klar“ vor. Darin beschreibt er seine Zeit als Drogenabhängiger und den anschließenden über zweijährigen Gefängnisaufenthalt und er möchte, auch wenn er das so nie erwähnt, die Jugendlichen abschrecken. Durch seine detailgetreuen Schilderungen, die jugendlich saloppe Sprache und den sehr spontan wirkenden Auftritt gelingt ihm das sehr gut. Sehr offen fängt er an, von seiner Kindheit zu erzählen. Der Vater kommt oft angetrunken nach Hause und die Mutter löst Probleme mit Medikamenten. Da beide auch sehr viel rauchen, schreckt ihn das eher ab und er hält sich von allem fern. Als er dann nach einem Schulwechsel sehr zum Außenseiter wird, möchte er im Alter von 17 Jahren einmal „cool“ sein und lässt sich auf die Droge Crystal Meth ein. „So ein Hochgefühl kannst du mit legalen Mitteln gar nicht erreichen“, gibt er offen zu und natürlich will man diesen Glückszustand dann immer wieder erleben. Ein dreiviertel Jahr nimmt er sehr regelmäßig alle möglichen Drogen ein und mit ihrem Verkauf erzielt er täglich 1.000 bis 1.500 Euro. Ein luxuriöses Geschäft, bis er die ersten Nebenwirkungen verspürt. Verfolgungsängste, Schmerzen, zuletzt spürt er Käfer unter seiner Haut, die er sich herauszuschneiden versucht. 13 Tage ohne Schlaf, Hunger verspürt er kaum mehr und irgendwann ist ihm alles egal, einzig die Droge ist wichtig. Er stellt seine Entwicklung in Form eines Regenbogens dar, der eigentlich rund ist. Anfangs ist alles traumhaft und es geht steil bergauf. Ein Hochgefühl folgt dem nächsten. Dann stürzt man ab, durchlebt die Hölle, aber wie bei jedem Kreis muss man doch irgendwann wieder am Anfang sein und darauf hofft er, allerdings vergeblich. Er sagt selbst von sich, dass er eigentlich schon mehrmals bis dahin hätte tot sein müssen. Aber es kam anders. Seine Geschichte endet im Jugendgefängnis. Zwei schreckliche Jahre mit Gewalt, Unterdrückung, erbärmlichen hygienischen Zuständen – viele dieser traumatischen Erlebnisse versucht er in seiner Therapie in den Griff zu bekommen. Sportlich und lebenslustig, wie er so vor dem Publikum steht, hat er wohl den Weg zurück ins Leben geschafft. Jede Art von Drogen lehnt er inzwischen vollkommen ab und versucht mit Hilfe seiner Erfahrungen anderen zu helfen.
 
Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg auch mit seinem zweiten Buch und bedanken uns bei der Volksschule Wallerstein für die Einladung zu dieser Lesung.

Geschrieben von Schülerinnen der 8. Klasse

Zum Seitenanfang