Der Ausflug in die Gedenkstätte Dachau war in diesem Jahr wirklich ganz besonders. Wie auch die damaligen Neuankömmlinge bzw. die Häftlinge betritt man das Lager durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“. Auch wir liefen hindurch, allerdings nicht mehr durch das Original, da dieses, wie wir später erfuhren, immer noch spurlos verschwunden ist.

Zudem knallte die Sonne vom Himmel und die Stimmung glich zunächst der eines schönen Sommertages. Neu war dann aber auch die individuelle Gestaltung der Führung. Der Lehrer aus dem benachbarten Josef Effner Gymnasium ließ für die Hälfte der Zeit alle Schüler in der nachgebauten Baracke Platz nehmen und erzählte auf sehr erschütternde Weise über die Zustände in dieser „Unterkunft“. Er hatte noch Kontakt mit ehemaligen Lagerinsassen und die baten ihn eindringlichst, besonders auf die schrecklichen Lebensumstände in diesen Holzbehausungen einzugehen. Schnell war uns klar, dass man sich hier zu keiner Tageszeit ausruhen oder erholen konnte oder auch nur einen Funken Privatsphäre hatte. Auch die zahlreichen Auflagen und Strafen der SS-Bewacher müssen die Hölle auf Erden gewesen sein. Die weiteren Gebäudekomplexe des Lagers wie Bunker, Krematorium, Bad und Gaskammer besichtigten wir alleine. Interessant und ganz neu waren dann aber noch die Kirchen, die uns der Lehrer vorstellte. Besonders die evangelische Kirche möchte mit ihrer sehr ungleichmäßigen und eigenwilligen Architektur einen Gegensatz darstellen zur Geradlinigkeit und Strenge des Nationalsozialismus. „70 Jahre Friede und Demokratie, für uns ist das alles selbstverständlich und ein Recht wie die Freiheit des Menschen schätzt man vielleicht erst so richtig, wenn man es nicht mehr hat; aber jeder von uns muss dafür kämpfen, dass dies so bleibt und so ein Lager wie Dachau nie wieder existiert!“ Mit diesen Worten endete unser Aufenthalt in der Gedenkstätte Dachau.

Geschrieben von einer Schülerin aus der 10. Klasse

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